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Missbrauch

Missbrauch


"Missbrauch" wird vor allem im Zusammenhang mit Kindern gebraucht. Dass das Wort durchaus auch Erwachsene beinhalten kann, insbesondere wenn er durch Vertrauens- und Autoritätspersonen wie etwa Geistlichen vollzogen wird, ist erschreckend und bezeichnend zugleich. Dies insbesondere, wenn Kirchen und Gemeinden diesen umfassenderen Begriff des Missbrauchs nur sehr eng sehen.

In anderen Worten: auch wenn ein Priester Sex mit einem Mann hat kann ein Missbrauch vorliegen. Auf jeden Fall ein schweres Vergehen im christlichen Sinn. Dies scheint die Kirche völlig zu ignorieren - oder habt ihr schon mal Ansprechpartner für Menschen gesehen, die Sex mit Priestern (oder anderen Geistlichen) haben oder andere unangemessene Formen der Kommunikation mit ihnen pflegen? Ich nicht.

Die Behauptung, dass gleichgeschlechtliche Neigungen nichts mit dem Missbrauch in der Kirche zu tun hätten, ist falsch. Die überwiegende Mehrzahl der betroffenen sind männliche Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.

Aus eigener Erfahrung und von Berichten katholischer Priester kann ich sagen, dass weit mehr als die Hälfte unter ihnen gleichgeschlechtliche Neigungen haben. Nicht wenige darunter leben diese auch aus - und sei es "nur" mit Erwachsenen.

"Sexueller Missbrauch bezeichnet sexuelle Handlungen mit Minderjährigen oder erwachsenen, besonders gefährdeten Personen (z. B. Kranke, Behinderte, Hilfsbedürftige, Gefangene, Patientinnen bzw. Patienten, die sich in Psychotherapie befinden), die generell oder unter bestimmten Umständen (siehe unten) auch mit Einverständnis des Betroffenen als Vergehen oder Verbrechen strafbar sind. Vor allem der schwere sexuelle Missbrauch von Kindern und der sexuelle Missbrauch von Kindern mit Todesfolge werden in Deutschland als Verbrechen eingestuft."
"Das Wort Missbrauch trägt ursprünglich zwei Bedeutungen: disperditio (lat. für Verderbnis, Zugrunderichtung) und abusus (lat. für Verbrauch, Ausnutzung, uneigentlicher Gebrauch). Unter einem sexuellen (geschlechtlichen) Missbrauch ist demnach kein „verkehrter“ oder „uneigentlicher“ Gebrauch als Ausnutzung (abusus), sondern eine grundsätzlich als verfehlt und falsch zu bezeichnende Handlungs- und Ausübungsweise menschlicher Sexualität als Verderbnis und Zugrundrichtung zu begreifen. Die Bezeichnung sexueller Kindesmissbrauch wird häufig kritisiert, da er nach heutigem Sprachverständnis zu implizieren scheint, dass es einen sexuellen Gebrauch von Kindern gebe.

In der Sozialwissenschaft wird der Begriff Missbrauch oft auf Handlungen ausgedehnt, die nicht strafbar sind, aber moralisch verurteilt werden. Psychologisch wird als Missbrauch verstanden, wenn eine Handlung das Opfer in seiner Integrität verletzt und ihm psychischen Schaden zufügt. Die Ebenen juristischer, sittenmoralischer und psychologischer Bewertung müssen dabei nicht zwangsläufig übereinstimmen, sondern können sich im Einzelfall auch widersprechen.

Der Begriff des Missbrauchs von Personen wird im Bereich des Strafrechts kritisiert. Für Thomas Fischer impliziert die Bezeichnung, dass von einer grundsätzlichen Befugnis im Einzelfall unzulässig Gebrauch gemacht werde, was eine überholte und unverständliche Perspektive sei. Der Sexualtäter missbrauche vielmehr seine soziale, physische und psychische Dominanz oder eine bestimmte Zugangsmöglichkeit zu den Kindern oder anderen besonders schutzbedürftigen Personengruppen.

In der sozialwissenschaftlichen Literatur, in Bereichen der Arbeit mit den Opfern und in psychologischen Zusammenhängen wird auch die Bezeichnung sexuelle Gewalt oder konkreter sexualisierte Gewalt benutzt. Der Begriff sexualisiert soll meinen, dass Gewaltaspekte nicht ihren Ursprung in der Sexualität haben, jedoch hier mittels sexueller Handlungen zum Ausdruck gebracht werden. Machtmissbrauch und narzisstischer Missbrauch sind von der Beziehungsstruktur her gesehen Teile des sexuellen Missbrauchs."

"Im Berufsleben bzw. Rechtsleben kann es zu einer Vielzahl von Über- und Unterordnungsverhältnissen kommen, die teilweise für den Unterlegenen so erheblich sind, dass eine selbstbestimmte Einwilligung in die Vornahme sexueller Handlungen nicht mehr angenommen werden kann. Daher sind sexuelle Handlungen innerhalb bestimmter Beziehungen generell strafbewehrt, wenn sie unter Ausnutzung einer derartigen Stellung erfolgen. Dies gilt daher auch bei gegenseitiger Zustimmung. Im Einzelnen sind hier zu nennen:

Sexueller Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen nach § 174a StGB sieht für denjenigen, der sexuelle Handlungen mit einer „gefangenen oder auf behördliche Anweisung verwahrten“ Person, „die ihm zur Erziehung, Ausbildung, Beaufsichtigung oder Betreuung anvertraut ist“ vornimmt, Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor. Eine konkrete Abhängigkeit ist zwar nicht erforderlich, ein Missbrauch kann aber auch nicht allein aus dem Obhutsverhältnis abgeleitet werden. Bei der Beurteilung sind vielmehr die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen.

Wegen Missbrauchs unter Ausnutzung einer Amtsstellung nach § 174b StGB wird derjenige mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft, der als Amtsträger zur Mitwirkung an einem Strafverfahren oder einem auf eine freiheitsentziehende Maßnahme abzielenden Verfahren berufen ist und „unter Missbrauch“ einer durch dieses Verfahren bestimmten Abhängigkeit die Vornahme sexueller Handlungen herbeiführt.

Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses nach § 174c StGB schließlich sanktioniert sexuelle Handlungen, die im Rahmen eines qualifizierten Behandlungsverhältnisses, zum Beispiel zwischen Ärztin bzw. Arzt und Patientin bzw. Patient, vorgenommen werden. Bis 2004 unterfielen dem Tatbestand nur sexuelle Handlungen mit Patienten einer Psychotherapie und mit psychisch oder seelisch kranken Patientinnen bzw. Patienten, zum Beispiel im Rahmen einer ärztlichen Therapie. Seitdem unterfallen auch sexuelle Handlungen mit körperlich kranken Patientinnen bzw. Patienten dem Tatbestand. Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern sowie der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen heben hervor, dass dies auch bei Zustimmung des Patienten der Fall ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede sexuelle Handlung innerhalb eines Behandlungsverhältnisses automatisch als Sexueller Missbrauch gewertet wird. Nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs ist relevant, ob die Autoritäts- oder Vertrauensstellung in einem Behandlungsverhältnis von dem Behandelnden dazu ausgenutzt wird, um sexuelle Handlungen vorzunehmen. Der Bundesgerichtshof hatte 2016 einen Arzt freigesprochen, der sexuelle Beziehungen zu einer Patientin hatte. Die Patientin war bereits zuvor privat mit dem Arzt bekannt und war sowohl die Behandlung als auch die sexuellen Handlungen mit dem Ziel eingegangen Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erhalten."

"Erfahrungen wie der sexuelle Missbrauch fügen den Opfern oft körperliche und seelische Schäden zu, die häufig zu langanhaltenden psychischen Störungen führen. Diese reichen von der Posttraumatischen Belastungsstörung über nichtorganische Gedeihstörungen, Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie Dissoziative Störungen bis hin zur Dissoziativen Identitätsstörung. Die drei letztgenannten Störungen stehen besonders oft in engem Zusammenhang mit dem Erleiden von sexuellem Missbrauch im Kindheits- und Jugendalter. Die Folgen sexuellen Missbrauchs im Kontext einer Psychotherapie werden in einem eigenen Beschwerdenkomplex, dem Therapist-Patient-Sex-Syndrom, zusammengefasst, welches den Auswirkungen nach mit den Folgen sexuellen Missbrauchs von Kindern vergleichbar ist.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Auswirkungen, die der Missbrauch auf das soziale Umfeld des Opfers haben kann. So können insbesondere, aber nicht ausschließlich, Liebesbeziehungen (nicht zuletzt wegen möglicher sexueller Störungen) stark beeinträchtigt werden. Auch Probleme im Arbeitsleben als Folge von Konzentrationsstörungen im Kontext eines posttraumatischen Belastungssyndroms sind häufig anzutreffen.

Unter Anderen befasste sich der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Wayne Kritsberg mit der Weitergabe von Missbrauchs-, Gewalt- und Krankheitsmustern an die nachfolgende Generation."

(Quelle: Wikipedia)

Es macht mich unsagbar traurig und wütend zugleich, wenn ich höre, wie die Kirche mit Missbrauch umgegangen ist und teils immer noch umgeht.


Nur ein Beispiel von vielen: Wenn ich auf der kirchlichen Homepage als Ansprechpartner für sexuellen Missbrauch einen Rechtsanwalt angebe, der mich selbst vertritt, dann ist das in meinen Augen Menschen verachtend.


Neben dem Missbrauch an Minderjährigen ist in diesem Zusammenhang aber auch der unangemessene sexuelle Kontakt mit Erwachsenen zu nennen. Auch hier wird ein besonderes Vertrauensverhältnis aufs Gröbste missbraucht. Auch hier scheint die offizielle Amtskirche immer noch beide Augen zuzudrücken - nach dem Motto: "Don't ask, don't tell." Solange die Medien es nicht aufdecken, wird es tot geschwiegen.


Aufgrund von Berichten von verschiedenen Priestern und Ordensangehörigen hat die christliche Ex-Gay Einrichtung "Jason International" etwa mehrmals der offiziellen Amtskirche ihre Unterstützung angeboten - und das völlig umsonst. Die Antwort war regelmäßig eisiges Schweigen. Die Kirche weiß sehr wohl, was sich in Klöstern bzw. im Privatleben von vielen Priestern abspielt - und schweigt.


Im Sinne der Bewahrung unserer geliebten Katholischen Kirche sind nun die Laien gerufen, tätig zu werden. Unterstützt Priester, die Hilfe suchen! Greift die an, die schweigen und das Ganze unter den Teppich kehren wollen! Konfrontiert sie mit Fakten - wenn es sein muss in aller Öffentlichkeit!


Dieses unsägliche Berufskatholikentum muss ein Ende haben.


Zurück zu den Wurzeln!