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Muss die Katholische Kirche die Schöpfungsordnung anders sehen?

Posted on June 30, 2015 at 1:35 PM

Derartiges wird momentan mehr oder weniger offen gefordert.

 

Da werden wohl klingende Sprüche angeführt, die da etwa lauten: „Homosexualität wird in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert“, „Für viele ist Homosexualität etwas Fremdes“, „Manche fürchten sich davor, sich über eigene gleichgeschlechtliche Gefühle im Klaren zu werden“, „Will man Homosexuelle ansprechen, muss man die kirchliche Sexualmoral erweitern“, „Nur Betrunkene halten sich an der Laterne fest“ (siehe auch http://de.radiovaticana.va/news/2015/06/29/interview_mit_wunibald_m%C3%Bcller/1154747).

 

Da ist von einer Entwicklung der kirchlichen Lehre die Rede, es heißt „Gott ist die Liebe“, die Kirche müsse „die Spannung, die sich daraus ergibt, aushalten“, es wird die alte Leier angeführt, dass es zu biblischen Zeiten das heutige Verständnis von Homosexualität noch gar nicht gab und letztlich wird auf die Humanwissenschaften verwiesen sowie auf das, was homosexuelle Menschen von sich selbst berichten. Schließlich könnten auch Schwule „treue und fürsorgliche“ Bindungen eingehen.

 

Wie immer bei solchen „Argumenten“ wird eine durch nichts belegte Prozentzahl gleichgeschlechtlich empfindender Würdenträger in der Katholischen Kirche angeführt.

 

Solche öffentlichen Äußerungen von Menschen zu hören, die sich selbst als „Theologen“ und „Psychologen“ bezeichnen, sagt eigentlich mehr über die Autoren aus als über die, die sie damit ansprechen.

 

Man kann wohl kaum behaupten, „Homosexualität“ werde in unserer Gesellschaft tabuisiert. Ganz im Gegenteil: Bereits Kinder bekommen davon zu hören, ob es den Eltern nun passt oder nicht. Für die kirchliche Lehre ist dies im Übrigen auch völlig belanglos.

 

„Psychologisch“ klingende Sprüche wie einen Hinweis auf die „Homosexualität als etwas Fremdes“ sollen wohl die eigenen unhaltbaren Thesen untermauern, mit kirchlicher Lehre haben sie aber schon gar nichts zu tun.

 

Beinahe billig klingt der Versuch, mit vermuteten eigenen gleichgeschlechtlichen Neigungen von kirchlichen Amts-und Würdenträgern irgendetwas zu konstruieren. Das ist weder eine qualifizierte Psychologie oder Theologie, das ist einfach nur peinlich und armselig.

 

„Spannungen“ muss die Kirche nur insofern „aushalten“, dass es in ihren eigenen Reihen viele Theologinnen und Theologen gibt, die alles und allem zu glauben scheinen, nur nicht das, was die Kirche lehrt.

 

So, Schwule können „treue und fürsorgliche“ Bindungen eingehen? Und wenn schon? Würde man das als moralischen Wert an sich gelten lassen, würde man zu absurden Ergebnissen kommen. Man denke diesen Gedanken nur einmal logisch weiter: Wer oder was könnte da nicht alles eine „treue und fürsorgliche“ Bindung eingehen und auf den Segen der Kirche hoffen? Das ist nicht nur eine armselige Theologie, das ist gar keine Theologie mehr.

 

Wenn eine Kirche, die den Auftrag hat, als Hirte ihre Schäfchen sicher auf dem rechten Weg zu führen, ihre eigene Moral „erweitert“, um vom Weg abgekommene Gläubige „anzusprechen“, so hat sie jegliche Existenzberechtigung verloren.

 

Dogmen und kirchliche Lehren leuchten tatsächlich den Weg – und nur Betrunkene gehen einen anderen.

 

30.06.2015

 

Robert Gollwitzer

www.homosexuals-anonymous.com

http://jason-online.webs.com

Categories: Catholic, Gay Christians, The Church


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