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Christliche Selbsthilfegruppen und Seelsorge für Lesben und Schwule, Ex-Gays und ihre Lieben

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Heilung - was ist das überhaupt?

Posted on June 7, 2015 at 6:20 AM

Was kursieren da nicht für Ansichten über Organisationen wie die unsere - zumeist von Menschen, die uns nie kennen gelernt haben.

 

Wir würden therapieren, was nicht als krank gilt, wir treiben Menschen angeblich in psychische Erkrankungen, sind fundamentalistische Christen, verklemmt, radikal, rechts-populistisch, wir hätten es nur selber nicht geschafft, eine befriedigende gleichgeschlechtliche Beziehung aufzubauen, kurz: wir müssen schnellstmöglich aus der Öffentlichkeit zum Wohle derselben verschwinden.

 

Zuallererst: Wir sind eine Seelsorge-Organisation, die (kostenlos!) Selbsthilfegruppen und Einzelgespräche für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen, deren Freunde und Familienangehörige und alle sonstigen Interessierten anbietet. Wir betreiben keinerlei Therapie (allerdings befürworten wir das Recht eines jeden Einzelnen zur Wahl einer Therapie mit dem Ziel seiner Wahl) . Auch ist unser Ziel nicht, Menschen von "schwul" zu "hetero" zu bringen. Ein solches Ziel wäre für uns zu kurz gegriffen. Als Christen ist unser Ziel das eines jeden Jüngers Jesu: Heiligkeit. Wir sind aber auch für Menschen anderer Glaubensrichtungen - oder Nicht-Gläubige - offen. Die einzige Bedingung für eine Teilnahme an unserem Programm ist der Wille zur Veränderung (wie die dann aussieht, entscheidet letztendlich der Einzelne). Ohne dem wäre alles weitere sinnlos.

 

Wir arbeiten mit einem 14-Schritte Programm, das teils auf den üblichen 12-Schritte Programmen basiert und für die Bedürfnisse von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen angepasst wurde, teils auf Erfahrungen unserer Gründer. Derartige 12-Schritte Programme sind international anerkannt und werden auch weithin verwendet.

 

Ebenso fließen gängige Instrumente aus der christlichen Seelsorge oder christlichen Programmen mit ein, die bei der Suche nach der eigenen Identität behilflich sind.

 

Alles in allem also nichts Außergewöhnliches oder Verdächtiges.

 

Bei der Entwicklung menschlicher Sexualität spielen viele Faktoren eine Rolle: Gene, die Umwelt, die Erziehung, das Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil oder zu Gleichaltrigen, Missbrauch und vieles mehr. Die Epigenetik hat mittlerweile herausgestellt, dass die früher oft verwendete Formel, ein Gen würde zwangsweise zu einem Verhalten führen, so nicht haltbar ist. Viele Faktoren spielen bei der Entwicklung von Genen eine Rolle. Ebenso verändert sich unser Gehirn jede Sekunde eines Lebens: Gene werden auf Basis verschiedenster Einflüsse in unterschiedlicher Stärke ausgebildet oder gar rückgebildet, oder es werden aufgrund unseres Verhaltens oder unserer Umweltbedingungen neue Gene begründet (!).

 

Wir sehen Menschen so, wie die Bibel sie sieht: Als untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist. Insofern sehen wir gleichgeschlechtliche Empfindungen nicht einfach als "Krankheit". Das wäre eine unzulässige Reduzierung eines sehr komplexen Sachverhalts. Als Christen wissen wir, dass wir alle gebrochene Menschen sind, die der Gnade Jesu Christi bedürfen.

 

Was wir tun, ist, die Hintergründe dieser Neigungen im Rahmen von Seelsorge und Gruppengesprächen anzugehen: Identitätsfragen, unbefriedigte emotionale, soziale, spirituelle und sonstige Bedürfnisse, das Verhältnis zu Gott, zu Familienangehörigen oder Freunden, eine Sinnfindung im Leben, um nur einiges zu erwähnen.

 

Es gibt also so einiges im Leben von Menschen, was "gebrochen" sein kann und im übertragenen Sinn einer "Heilung" bedarf, ohne dabei einfach nur eine psychische Erkrankung im Sinn zu haben.

 

Kurz und gut verstehen wir unter "Heilung" also die (Wieder-)Herstellung eines ganzheitlich ausgeglichenen Zustandes von Körper, Seele und Geist auf Basis des christlichen Glaubens.

Categories: Therapy, Causes, Counseling


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