Jason International

Christliche Selbsthilfegruppen und Seelsorge für Lesben und Schwule, Ex-Gays und ihre Lieben

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Homosexuelle in der Kirche

Posted on January 24, 2022 at 10:50 AM

Nachdem ich immer wieder auf dieses Thema angesprochen werde, hier einige Anregungen zu diesem Thema.

Zu meiner Person: Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche – und seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. In dieser Zeit durfte ich hier einige wertvolle Erfahrungen mit „Homosexuellen“ machen.

Ich selbst werde manchmal gefragt, was ich denn nun sei – schwul, bi, hetero? Hierauf gibt es für mich nur eine Antwort: Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher brauche ich nicht für jede Empfindung eine eigene Identität und will auch nicht auf meine sexuelle Orientierung reduziert werden.

Ich habe ca. 20 Jahre in der schwulen Szene verbracht. Damals lernten die Menschen sich in Bars und Saunas kennen. Heute hat sich das eher auf das Internet verlegt. Ich habe all die Erfahrungen dort gemacht, die man als schwuler Mann machen kann – inklusiv einer langjährigen Partnerschaft. Trotzdem war ich am Ende dieser Zeit suizidal – ohne mir wirklich bewusst zu sein, warum.

Durch „Zufall“ kam ich 2004 in Kontakt mit einer Organisation namens „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com). Sinn und Zweck dieser an die traditionellen 12-Schritte-Programme angelehnten christlichen Gruppierung ist es, Menschen in Selbsthilfegruppen zu begleiten, die ein Leben jenseits der Szene anstreben und ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben wollen. HA dürfte wohl die älteste Einrichtung dieser Art sein.

Dieser Kontakt hat mein Leben radikal verändert – in vielen unterschiedlichen Bereichen. Wo mein Lebensinhalt früher nur darin bestand, „schwul“ zu sein und dabei so viel „Spaß“ wie möglich zu haben, entdeckte ich nun viele andere Gaben und Talente in mir. Ich machte viele verschiedene Aus- und Weiterbildungen (u.a. als Seelsorger, in Theologie, Psychologie, Psychiatrie, zum Immobilienfachwirt IHK und vieles mehr). Vor allem aber fand ich wieder zurück zur Kirche. Hilfreich dabei waren mir neben der oben genannten Organisation u.a. auch Mitglieder des OPUS DEI. Inzwischen darf bin ich selbst Co-Direktor von Homosexuals Anonymous.

In Deutschland haben wir weiter Organisationen gegründet: Miserere Nobis (www.misererenobis.org, eine katholische Organisation, in der es auch zwei Priester für die Seelsorge gibt), Jason International (www.jason-international.org) und Gays & Ex-Gays (www.gaysandexgays.org, eine Organisation, in der sich sowohl Schwule/Lesben als auch Ex-Gays zusammenfinden). Ziel ist die seelsorgerische Begleitung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen – unabhängig davon, ob ihr individuelles Ziel eine Abkehr vom Ausleben derselben beinhaltet oder nicht. Auch müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht dem christlichen Glauben angehören. So finden sich bei uns etwa auch Moslems.

Im Zusammenhang mit dem Thema „Homosexuelle und Kirche“ gibt es immer wieder Missverständnisse. Zur Aufklärung derselben sowie als konstruktiven Beitrag zu einer gemeinsamen Gestaltung des Themas werde ich nun auf einige Punkte eingehen:

Die Bedeutung des Begriffes „Homosexualität“ scheint vielen gar nicht bewusst zu sein. In der Regel bezieht man sich hierbei auf eine überwiegende und länger Anhaltende sexuelle (und emotionale!) Anziehung für das eigene Geschlecht. Der Begriff selbst ist noch relativ jung (19. Jhdt. – auch „heterosexuell“ ist noch nicht so alt), insofern bevorzugen manche die Bezeichnung „gleichgeschlechtliche Neigungen“ anstatt „homosexuell“.

Nicht die Orientierung wird von der Kirche verurteilt, sondern das Ausleben derselben. Die Lehre der Kirche zum Thema Ehe, Sexualität und Familie empfinde ich als sehr nützlich und hilfreich – wenn man sie denn kennt. Die meisten hören wohl eher nur die Verbote. Diese sind aber nur die Kehrseite der Medaille. Die Kirche als Leib Christi hat ein Menschenbild, dem ich nur vollen Herzens zustimmen kann. Sie verurteilt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keineswegs. Gerade im Schoß der Kirche habe ich die Liebe und Zuneigung gefunden, die ich in der schwulen Welt nicht hatte.

Wobei wir beim Thema wären: Wer meint, ein schwules Leben sei doch dasselbe wie ein heterosexuelles, irrt gewaltig. Ich führte viele Jahre lang genau dieses Leben, habe unzählige Menschen kennenlernen dürfen und hatte auch viele Sexualkontakte. Die wenigsten Menschen haben wohl eine Vorstellung davon, was in der schwulen Szene als „normal“ gilt und gefeiert – oder zumindest toleriert wird oder unwidersprochen bleibt. Selbst schwule Beziehungen sind meiner Erfahrung nach im Durchschnitt weit weniger langfristig als ihre heterosexuellen Gegenstücke. Sie sind ebenfalls durchschnittlich weitaus „kreativer“ – sprich seltener monogam und durchaus auch sexuell ausgefallener (auch wenn die „Heteros“ in allen Bereichen aufholen). Die beiden zu vergleichen, ist deshalb weder möglich noch zulässig. Es handelt sich um – in der Regel – ganz andere Lebensentwürfe.

Ein wesentlicher Fehler, den viele Schwule machen (inklusiv meiner selbst seinerzeit): Etwas zu respektieren, bedeutet keineswegs, es auch akzeptieren zu müssen. Jeder Mensch hat das Recht, aus Glaubens- oder sonstigen Gründen zu sagen, dass er/sie bestimmte Lebensentwürfe, sexuelle Praktiken oder Formen des Zusammenlebens abzulehnen. Er oder sie ist deshalb keineswegs automatisch „homophob“, genauso wenig wie Seelsorge für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen bedeutet, dass hier „Konversionstherapie“ betrieben wird. Jeder Mensch – ob nun Gay, Ex-Gay, Katholik oder was auch immer – hat Respekt verdient. Von vorneherein für die eigene Position nur hehre und lautere Motive in Anspruch zu nehmen und jede davon abweichende Meinung als „homophob“, „Konversionstherapie“ oder was auch immer zu radikalisieren, ist moralisch und ethisch höchst verwerflich.

Die Kirche ist keine Demokratie und darf dies auch nie sein. Sie ist der Leib Christi. Die Kirche muss auch nicht ihre Lehre zur Ehe und zur Sexualität ändern, weil sich einzelne Geistliche falsch verhalten haben. Änderungsbedarf gibt es dennoch – wenn auch auf anderem Gebiet.

Wir haben viele Jahre Lang dem Erzbischöflichen Ordinariat, der Deutschen Bischofskonferenz und vielen anderen katholischen und anderweitig christlichen Einrichtungen, Gemeinschaften und Organisationen kostenlos unsere Hilfe angeboten und sind dabei regelmäßig auf eine Mauer des Schweigens getroffen. Etliche Priester, protestantische Pastoren, Kirchenangestellte oder einfach nur Gläubige haben sich an uns gewandt, da sie von ihrer Glaubensgemeinschaft entweder gar keine Hilfe bekommen haben oder nicht die, die sie erwartet und erhofft haben.

Was die Kirche nämlich regelmäßig betreibt oder zumindest duldet, ist die Unterstützung einer Theologie, die Positionen der Schwulenbewegung vertritt. Dies jedoch ist eine Offenbarung und Bankrotterklärung des katholischen Glaubens und hilft uns Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die Jesus Christus nachfolgen wollen, keineswegs. Wenn ich das will, gehe ich in die Welt hinaus, die können das besser.

Wir können von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aber auch nicht erwarten, dass sie Kopien von „Otto Normalverbraucher“ werden. Wir haben besondere Gaben und Talente, die wir auch und gerade zum Wohle der Kirche nutzen können und sollten. Wir müssen uns nicht verstellen, verkleiden oder jemand anderes imitieren, um einem Bild zu entsprechen, das nicht das eigene ist.

Was keineswegs geschehen darf, ist eine unterschiedliche Behandlung von Menschen. Wir können nicht einerseits zulassen, dass Wiederverheiratete bei uns arbeiten, aber dann bei offen homosexuell lebenden Menschen den Riegel vorschieben. Das wäre allerdings Diskriminierung. Wenn wir von unseren Mitarbeitenden ein Ausleben der katholischen Lehre verlangen (soweit dies arbeitsrechtlich überhaupt noch verlangt werden kann), dann von allen in gleicher Art und Weise.

Hier sind wir an einem Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Manche Menschen führen an, in katholischen Einrichtungen sei der katholische Glaube nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Dies ist vielleicht etwas überzeichnet, weist aber auf ein Problem hin: Wir werden immer mehr wie die Welt. Ja, wir leben in eben dieser Welt, sind aber nicht gleichzeitig Teil davon. Wenn wir uns als Katholikinnen und Katholiken in nichts mehr von anderen Menschen unterscheiden, wenn es nichts mehr gibt, weswegen die Leute sich fragen, was an diesen Menschen besonders ist, dann hätten wir allerdings unsere Existenzberechtigung verloren. Den katholischen Glauben auf ein christliches Wellness-Programm zu reduzieren, mit dem jede/r leben kann und von dem niemand etwas hat oder ihn gar gemäß unseren eigenen Vorlieben oder dem politischen Zeitgeist „umzuschreiben“ oder „neu zu definieren“, kann und darf nicht unser Ziel sein.

Es sollte in jeder katholischen Einrichtung, für jede Pfarrei und insbesondere für geweihte Personen oder Menschen in Klöstern Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner geben, an die sich diese Menschen vertrauensvoll wenden können. Dem ist momentan leider nicht so, wie meine jahrelange seelsorgerische Erfahrung gezeigt hat. Die Erfahrungen, die Menschen unserer Kenntnis nach hierbei gemacht haben, sind teils haarsträubend.

Die Kirche definiert Missbrauch immer noch im juristischen Sinne – bezogen auf Minderjährige. Ein Priester ist aber auch gegenüber Erwachsenen eine Autoritätsperson. Sexuelle Übergriffe sind hierbei demnach anders zu bewerten als bei „normalen“ Personen. Wir mussten bisher die Erfahrung machen, dass die „offizielle“ Kirche offenbar durchaus Kenntnis davon hat, dass manche Priester aktiv sexuelle Kontakte suchen (teils unverhohlen im Internet), dies aber totschweigt, solange der Vorfall nicht öffentlich wird. Diese unsägliche Praxis des „Don’t ask, don’t tell“ in Anlehnung an vergangene Zeiten im US-Militär muss sofort aufhören. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahzulegen, das Ganze nicht öffentlich zu machen, dann würde man es auch kirchlicherseits durchgehen lassen, ist einfach nur scheinheilig.

Das Argument „Gott hat mich so geschaffen“ oder „ich bin so geboren“ ist unlogisch bzw. in der Form auch nicht richtig. Zum einen sind wir theologisch alle von Geburt an Sünder. Das macht Sünde deshalb auch nicht besser noch nimmt es uns aus der Verantwortung. Was die Theorie der genetischen Veranlagung betrifft, so ist diese bisher immer noch nicht zweifelsfrei geklärt und wäre – wenn dem so sei – auch aus moralischer oder auch katholischer Sicht belanglos. Die Tatsache, dass ich eine genetische Veranlagung für etwas habe, macht dies aus Sicht des Glaubens oder auch der weltlichen Moral noch lange nicht „richtig“. Abgesehen davon zeigen die Erkenntnisse der Epigenetik, dass selbst genetische Veranlagungen weitere – etwa umweltbezogene – Faktoren bedürfen, um überhaupt zum Tragen zu kommen.

Suizide von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dürfen – egal von welcher Seite – nicht für die eigenen Ansichten instrumentalisiert werden. Suizide sind regelmäßig multifaktoriell. Eine einfache Schuldzuweisung ist hier wenig hilfreich.

Ähnlich verhält es sich mit der Diskriminierung: hier ist die tatsächliche und zu verteilende Diskriminierung von der angenommenen oder gar unterstellten zu unterscheiden.

Besonders ärgert es mich, wenn versucht wird, die Lehre der Katholischen Kirche und der Heiligen Schrift nach eigenem Gutdünken „neu auszulegen“ – sprich: ins Gegenteil zu verkehren. Da werden alle möglichen – teils absurden – Vorstellungen ins Feld geführt. Auf mich wirkt das immer so, als wolle da jemand die kirchliche Lehre und die Bibel ändern, damit sie mit seinen/ihren Vorstellungen übereistimmen – statt das eigene Leben der befreienden Lehre Jesus Christi anzupassen.

Kurz und gut: Ich bin nicht „homosexuell“ und schon gar nicht lasse ich mich aufgrund meiner gleichgeschlechtlichen Neigungen vor irgendeinen Karren spannen. Ich bin auch nicht „bi“, „hetero“ oder sonst etwas. Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher will ich keine Sonderbehandlung und ich stelle mich anderen ebenso wenig mit den Worten „Mein Name ist Robert und ich bin schwul“ vor wie sie es tun würden: „Mein Name ist Hans und ich bin hetero“. Das klingt nicht umsonst schräg. Ich respektiere die Lebensentscheidungen von Menschen wie ich Menschen an sich respektiere. Ich unterstelle ihnen nicht, alleine deshalb schlechte Menschen zu sein.

Vor allem unterdrücke ich meine Neigungen nicht, nur wenn ich meine sexuellen Energien auf andere Art und Weise Frucht tragen lasse.

Ähnliches erwarte – und vermisse ich auch manchmal - ich auch von anderen.

Ich sehe bei Verboten der Kirche die andere – positive – Seite, die mein Bestes im Blick hat.

Ich bin auch kein Versager, wenn ich fallen sollte. Auch mein Glaube ist deshalb nicht falsch. Wohin würden wir kommen, wenn wir jedes Mal, wenn ein Christ sündigt, dem christlichen Glauben Wirkungslosigkeit und Sinnlosigkeit unterstellen würden.

Nachdem sich so viele „Homosexuelle“ in der Kirche geoutet haben, tue ich dies auch – wie schon viele Male zuvor, als noch niemand davon sprach. Mein Zeugnis ist aber ein anderes, wenngleich es aber vielleicht gerade deshalb von der Kraft und Liebe unseres Herrn zeugt, der aus einem unheilvollen Lebenslauf immer noch etwas Großartiges machen kann.

München, den 24.01.2022

Robert Gollwitzer

Muss die Katholische Kirche die Schöpfungsordnung anders sehen?

Posted on June 30, 2015 at 1:35 PM

Derartiges wird momentan mehr oder weniger offen gefordert.

 

Da werden wohl klingende Sprüche angeführt, die da etwa lauten: „Homosexualität wird in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert“, „Für viele ist Homosexualität etwas Fremdes“, „Manche fürchten sich davor, sich über eigene gleichgeschlechtliche Gefühle im Klaren zu werden“, „Will man Homosexuelle ansprechen, muss man die kirchliche Sexualmoral erweitern“, „Nur Betrunkene halten sich an der Laterne fest“ (siehe auch http://de.radiovaticana.va/news/2015/06/29/interview_mit_wunibald_m%C3%Bcller/1154747).

 

Da ist von einer Entwicklung der kirchlichen Lehre die Rede, es heißt „Gott ist die Liebe“, die Kirche müsse „die Spannung, die sich daraus ergibt, aushalten“, es wird die alte Leier angeführt, dass es zu biblischen Zeiten das heutige Verständnis von Homosexualität noch gar nicht gab und letztlich wird auf die Humanwissenschaften verwiesen sowie auf das, was homosexuelle Menschen von sich selbst berichten. Schließlich könnten auch Schwule „treue und fürsorgliche“ Bindungen eingehen.

 

Wie immer bei solchen „Argumenten“ wird eine durch nichts belegte Prozentzahl gleichgeschlechtlich empfindender Würdenträger in der Katholischen Kirche angeführt.

 

Solche öffentlichen Äußerungen von Menschen zu hören, die sich selbst als „Theologen“ und „Psychologen“ bezeichnen, sagt eigentlich mehr über die Autoren aus als über die, die sie damit ansprechen.

 

Man kann wohl kaum behaupten, „Homosexualität“ werde in unserer Gesellschaft tabuisiert. Ganz im Gegenteil: Bereits Kinder bekommen davon zu hören, ob es den Eltern nun passt oder nicht. Für die kirchliche Lehre ist dies im Übrigen auch völlig belanglos.

 

„Psychologisch“ klingende Sprüche wie einen Hinweis auf die „Homosexualität als etwas Fremdes“ sollen wohl die eigenen unhaltbaren Thesen untermauern, mit kirchlicher Lehre haben sie aber schon gar nichts zu tun.

 

Beinahe billig klingt der Versuch, mit vermuteten eigenen gleichgeschlechtlichen Neigungen von kirchlichen Amts-und Würdenträgern irgendetwas zu konstruieren. Das ist weder eine qualifizierte Psychologie oder Theologie, das ist einfach nur peinlich und armselig.

 

„Spannungen“ muss die Kirche nur insofern „aushalten“, dass es in ihren eigenen Reihen viele Theologinnen und Theologen gibt, die alles und allem zu glauben scheinen, nur nicht das, was die Kirche lehrt.

 

So, Schwule können „treue und fürsorgliche“ Bindungen eingehen? Und wenn schon? Würde man das als moralischen Wert an sich gelten lassen, würde man zu absurden Ergebnissen kommen. Man denke diesen Gedanken nur einmal logisch weiter: Wer oder was könnte da nicht alles eine „treue und fürsorgliche“ Bindung eingehen und auf den Segen der Kirche hoffen? Das ist nicht nur eine armselige Theologie, das ist gar keine Theologie mehr.

 

Wenn eine Kirche, die den Auftrag hat, als Hirte ihre Schäfchen sicher auf dem rechten Weg zu führen, ihre eigene Moral „erweitert“, um vom Weg abgekommene Gläubige „anzusprechen“, so hat sie jegliche Existenzberechtigung verloren.

 

Dogmen und kirchliche Lehren leuchten tatsächlich den Weg – und nur Betrunkene gehen einen anderen.

 

30.06.2015

 

Robert Gollwitzer

www.homosexuals-anonymous.com

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Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren?

Posted on June 12, 2015 at 1:10 PM

Immer wieder wird auch von gläubigen Christen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren befürwortet. Was ist schon dabei? Ist Segnung nicht etwas Gutes?

Ist sie, eben deshalb ist das ein grober Missbrauch von kirchlichen Riten.

 

„Segen (althochdeutsch segan, auch segon, segin, segen[1], entlehnt aus lateinisch signum 'Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen', ab dem späten 2. Jahrhundert auch Kreuzzeichen) bezeichnet in Religionen ein Gebet oder einen Ritus, wodurch Personen oder Sachen Anteil an göttlicher Kraft oder Gnade bekommen sollen. Der christliche Begriff Segen entspricht dem lateinischen Wort benedictio, abgeleitet von benedicere aus bene „gut“ und dicere „sagen“ (also eigentlich von jemandem gut sprechen, jemand loben, preisen). Durch das Latein der Kirche bedeutet benedicere ab dem 3. Jahrhundert auch „segnen, benedeien, den Segen ausprechen über usw.“

Ziel des Segens ist die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung. Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden (z. B. Handauflegung, Segensgestus, Ausbreiten der Hände, Kreuzzeichen, Salbung), die die wohltätige Zuwendung eines Gottes zu der gesegneten Person oder der gesegneten Sache symbolisieren (siehe Segenszeichen).“ (Wikipedia)

 

Wie kann etwas Anteil an göttlicher Kraft oder Gnade bekommen, das durch seine bloße Existenz oder den Vollzug von etwas dem innersten Wesen des christlichen Glaubens widerspricht?

Eine lebenslange und monogame Ehe zwischen Mann und Frau ist ein Bund, bei dem sich der Mann in lebensspendender Art und Weise der Frau hingibt (im Gegensatz zum zivilrechtlichen Vertrag, bei dem Eigentum oder Rechte ausgetauscht werden). In ähnlicher Art und Weise hat sich Jesus Seiner Braut, der Kirche hingegeben. Mann und Frau werden eins – so sehr eins, dass man diesem „eins“ neun Monate später einen Namen geben muss (sozusagen ein Abbild der Dreifaltigkeit). Sinn und Zweck der Ehe ist sowohl das Wohl der Ehegatten als auch die Zeugung von Nachwuchs (also keineswegs nur die Nachkommenschaft allein, wie fälschlicherweise oft angeführt wird. Die Bibel selbst betont den Wert und die Freude an Sexualität, so wie Gott sie versteht!). Nichts anderes als die Ehe zwischen Mann und Frau kommt dem gleich. Etwas, das dem in grober Weise widerspricht, kann auch nicht unter göttlichen Schutz und göttlicher Gnade gestellt werden. Wenn alleine ein diffuses und unbestimmtes Gefühl (zur Erinnerung: Gefühle kommen und gehen; Liebe ist mehr als nur ein Gefühl!) ausreicht, um unter den besonderen Schutz Gottes gestellt zu werden, so erhält man absurde Ergebnisse, wenn man diese Logik weiter verfolgt. Was oder wen kann man nicht alles „lieben“!

Diese traditionelle christliche Ehe ist auch nicht das Produkt einer bestimmten Kultur oder nur zum Lebenserhalt der damaligen Menschen bestimmt. Sie wurde in unterschiedlichsten biblischen Büchern zu unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen als wichtig erachtet – und letztlich von Jesus selbst bekräftigt, der eindeutig auf den Standard von Genesis verwies. Ihm kann man wohl kaum unterstellen, er hätte keine Ahnung von „Liebe“ gehabt, so wie wir sie kennen – oder dies nur für eine bestimmte Zeit gesagt. Nichts davon lässt sich aus der Bibel und Kirchengeschichte belegen.

Wenn man das Ganze nun in wohlklingende christliche Phrasen kleidet, sagt man eigentlich mehr über sich selbst aus, als über das, was man dadurch begründen möchte.

Wenn zwei (oder mehr?) Menschen ein wie auch immer geartetes Gefühl der „Liebe“ haben, so ist es, was es ist: ein Gefühl. Das alleine macht nichts, aber auch gar nichts moralisch gut oder richtig und erst recht nicht akzeptabel aus christlicher Sicht. Wenn alles, was Menschen „lieben“ können, an sich schon eine kirchliche Segnung bekommen dürfte, würde das zu untragbaren Folgerungen führen, wenn diese Argumentation auf andere Konstellationen des Zusammenlebens ausgeweitet wird. Wenn sie denn so „tiefgläubig“ sind, wie oft angeführt wird, sollten sie auch den Geboten der Bibel und der Kirche folgen. Diese wurden schließlich zum Schutz des eigenen Seelenheils erlassen – und nicht, weil uns jemand gerne herum kommandiert.

Wenn „tiefgläubig“ jedoch nur ein abstrakter Ausdruck des intellektuellen Glaubens an Gott ist, so sagt uns die Bibel selbst, dass selbst die Dämonen glauben. Wenn der Glaube sich nicht in Werken zeigt, ist er sinn- und wertlos.

Auf Basis all dessen ist es also grundfalsch, zu behaupten, gleichgeschlechtliche Paare würden „bereits in und mit dem Segen Gottes leben“, alleine weil sie sich „lieben“ und „tiefgläubig“ sind.

Da hilft es dann auch nicht, wenn derartige Irrlehren von „Theologen“ verbreitet werden. Eine irrige Überzeugung ist und bleibt falsch – egal, wie viele Titel der Autor der Irrlehre anführt.

Die Kirche ist keine Demokratie, bei der über Glaubensüberzeugungen abgestimmt wird – und darf dies auch niemals sein. Wohin eine manchmal geforderte „Reformation“ führt, sieht man ja momentan anhand der Evangelischen Kirche. Diese ist spirituell gesehen im freien Fall. Dafür hätte man wirklich keine „Reformation“ gebraucht.

Man hilft Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht, wenn man ihre Verbindungen segnet. Wer Liebe an den falschen Orten und bei den falschen Menschen sucht, sollte auch nicht noch den Stempel der Kirche bekommen, sondern stattdessen eine unterstützende Seelsorge (wie sie etwa seit langem von der Einrichtung Jason http://jason-online.webs.com angeboten und stur von vielen Kirchen und Gemeinden ignoriert wird – teils auf Basis von Vorurteilen, teils aus reiner Unkenntnis).

Leider ist die Kirche teils zu einem „Wohlfühl-Christentum“ verkommen, wo die subjektive Wellness des Einzelnen und nicht das Große Gebot und der Missionsauftrag Jesu im Mittelpunkt steht. Für Wellness mit einem spirituellen Touch braucht aber niemand die christliche Kirche, weshalb sie drauf und dran ist, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Wenn die Kirche versucht, wie die Welt zu sein, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.

Ich finde es peinlich, wenn sogar Priester aberwitzige pseudo-wissenschaftliche Begründungen für ihre Thesen anführen – etwa, dass es „Homosexualität“ ja auch im Tierreich gebe. Es gibt auch Spinnenarten, die nach der Begattung ihre männlichen Partner töten. Ist das alleine deshalb schon richtig, weil es im Tierreich vorkommt und deshalb auch für die moralische Bewertung menschlichen Handels gelten soll? Mit Verlaub, das ist armselig.

„Gott ist Liebe“ - mit diesem Grundsatz wird alles gerechtfertigt, was sich irgendwie Liebe nennt. Was aber wahre Liebe im christlichen Sinne ist, hat uns Jesus selbst vorgelebt. Dies mit gleichgeschlechtlichen (und möglicherweise auch anderen?) Verbindungen zu vergleichen, ist Theologie für Arme.

Wer die Bibel her nimmt, um seine eigenen Überzeugungen zu billigen, missbraucht diese und schafft sich seinen eigenen Glauben – und Gott. Das ist Götzendienst in Reinform.

Die traditionelle christliche Ehe wird im besten Theologen-Deutsch als „Engführung“ bezeichnet – was den Zustand (besonders der deutschen!) Theologie widerspiegelt, über die zu Recht das christliche Ausland verständnislos den Kopf schüttelt.

Wenn dann sogar Priester fordern, die Kirche solle gleichgeschlechtliche Paare segnen, damit diese ihre Verbindung „mit Gottes Liebe recht leben können“, so frage ich mich ernsthaft, wo diese Männer Theologie studiert haben und wer ihnen eine Gemeinde zur Leitung übertragen hat.

Wie es so schön heißt: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – und darunter dürfte Vieles dieser Schwulen-freundlichen „Theologie“ fallen.

Wir leben in einer Zeit, in der ein Großteil derer, die eigentlich die Kirche leiten sollen, versagen und die Menschen in die Irre führen.

Dies ist aber kein Grund zur Verzweiflung. Christen haben etwas, was vielen anderen fehlt: Hoffnung. In solchen Zeiten ruft Gott auch und gerade einfache Menschen, aufzustehen und für Ihn und Seine Kirche einzutreten. Nichts anderes waren die Apostel – einfache Menschen, die dem Ruf Jesu gefolgt waren.

München den 12.06.2015

Robert Gollwitzer

Jason International

http://jason-online.webs.com

Queer-Gottesdienste

Posted on June 12, 2015 at 12:30 AM

Seit geraumer Zeit gibt es in München – und in ähnlicher Form wohl auch anderswo - katholische „Queer-Gottesdienste“, also Gottesdienste für „Homosexuelle“. Kirchenrechtliche Anzeigen hierzu verlaufen im Sand.

Mal ganz abgesehen davon, dass es absurd ist, Messen für Menschen einer besonderen sexuellen Orientierung zu feiern (gibt es auch „Hetero-Gottesdienste“ oder „Bi-Gottesdienste“?), ist das ein klarer Bruch des Kirchenrechts – egal, wie sehr man das hinter verschlossener Tür bestreitet und schön redet.

Da wird etwa davon gesprochen, dass niemand von der Seelsorge ausgeschlossen darf – wohl wissend, dass Seelsorge und die Feier der Heiligen Messe inklusiv des Empfangs der Heiligen Kommunion – etwas völlig anderes sind. Seelsorge kann ich jedem anbieten; die Heilige Kommunion darf nur unter bestimmten Bedingungen empfangen werden.

 

Man dürfe getaufte Christen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vom Heilsdienst der Kirche ausschließen, heißt es weiter. Hierzu gilt dasselbe wie oben. Der Heilsdienst der Kirche beinhaltet im übrigen auch, die „Schafsherde“ der Gläubigen auf dem richtigen Weg zu führen und bei Bedarf korrigierend, unterstützend, aber auch ermahnend einzugreifen. Ein Heilsdienst, der kritiklos jeden tun und lassen lässt, wonach ihm/ihr ist, ist kein Heilsdienst, sondern ein Unheilsdienst.

 

Weiterhin führt man kirchlicherseits an, bei diesen „Queer-Gottesdiensten“ würde niemand ausgeschlossen, der daran teilnehmen möchte. Das mag für die Feier des Wortgottesdienstes gelten, niemals aber für die Feier der Eucharistie. Hier ist es sogar die Pflicht des Priesters, unter bestimmten Umständen Menschen den Empfang der Heiligen Kommunion zu verweigern.

 

Hiervon versucht man sich herauszuwinden, indem man behauptet, man hätte ja gar nicht wissen können, wer zur Zielgruppe gehört und wer nicht. Dies ist bestenfalls naiv, schlimmstenfalls vorsätzlich und verantwortungslos.

 

Wer für seinen Gottesdienst eine Wort aus der schwulen Szene verwendet („Queer“), nimmt auf jeden Fall billigend in Kauf, das Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen daran teilnehmen, die diese auch ausleben. Umso mehr, als es immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung hierzu gab. In einem solchen Fall ist es die Pflicht des Priesters – letztlich auch des Ordinariats und des Bischofs, genauer hinzusehen und auf jeden Fall einen falschen Eindruck (Gutheißen eines schwulen Lebens-Stils oder gelebter „Homosexualität“ an sich) oder missbräuchliche Kommunion-Empfänge zu vermeiden. Von Seiten der christlichen Ex-Gay Einrichtung Jason (http://jason-online.webs.com) wurde immer wieder das Angebot gemacht, hier unterstützend und beratend tätig zu werden. Bis zum heutigen Tag wurde dies ignoriert.

 

Es sollte auch genau darauf geachtet werden, wer denn solche Gottesdienste vorbereitet. Nochmals: Gruppen wie Jason wurden nie dazu eingeladen.

 

Alles in allem kann nur festgestellt werden, dass hier wirkliche Seelsorge sträflich vernachlässigt und die Missachtung der Heiligen Eucharistie zumindest billigend in Kauf genommen wird.

 

Ein Trauerspiel, dass im übrigen den Zustand der Katholischen Kirche in Deutschland – besonders zu diesem Thema – widerspiegelt.

 

München, 11.06.2015

 

Robert Gollwitzer

Caritas und Homosexualitaet - passt das zusammen?

Posted on February 27, 2015 at 2:05 PM

Caritas – das ist mehr als nur eine Organisation der Katholischen Kirche. Es ist eine ihrer Säulen, ein Ausdruck ihres innersten Wesens. Als solche kann man sich schwer vorstellen, wie das Thema Homosexualität hier überhaupt hinein passt.

Zuerst eine Begriffsdefinition: „Homosexualität“, das sind lang andauernde, im Vergleich zu heterosexuellen Empfindungen überwiegende sexuelle und emotionale Anziehungen zum gleichen Geschlecht. Nachdem das klar gestellt ist, ein weiterer Gesichtspunkt: „Homosexualität“ gibt es eigentlich nicht. Die Wortschöpfung selbst ist relativ jung. Als ein Mann, der selbst viele Jahre in der schwulen Szene gelebt hat und seit 2004 über die christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com) den Weg in die Freiheit gefunden hat, kann ich mich deren Definition nur aus vollem Herzen anschließen: Es gibt Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer! – gleichgeschlechtlich empfinden. Das macht sie aber noch lange nicht zu „Homosexuellen“ (als ob die Sexualität einen Menschen definiert und ihm einen Stempel aufdrücken kann!), sondern zu „Heterosexuellen“ (selbst diese Wortschöpfung ist noch neu) mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Der Unterschied ist und war für mich gewaltig: ich sehe mich nicht mehr länger als einen „Schwulen“ (ein grauenhaftes Wort!) oder „Homosexuellen“ (klingt auch nicht besser!) an, sondern als ganz normalen Mann. Ja, ich habe noch gleichgeschlechtliche Neigungen (wenn auch weitaus weniger häufig und intensiv), trage diese aber nicht wie einen Sticker auf meiner Weste und lasse sie auch nicht mein Leben bestimmen. Ich bin einfach nur ein katholischer Mann.

Als solcher arbeite ich seit 1993 (nach zwei Jahren in einer katholischen Pfarrei) im Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Es macht mir Spaß, dort zu arbeiten und ich fühle mich auch von meinen Kolleginnen und Kollegen angenommen und wertgeschätzt.

Wie aber wird mit diesem Thema im Caritasverband, dem wohl größten privaten Arbeitgeber hier in Deutschland, umgegangen? Was läuft gut, was eher schief und was könnte man wie verbessern?

Manche kirchliche Stellen wählen den Weg des „Dialogs“ mit schwulen und lesbischen Gruppierungen – frei nach dem Motto: Alle sind von uns angenommen, wir sind tolerant und die Kirche ist für jeden offen – egal welcher sexuellen Orientierung.

Hört sich doch gut an, oder?

Nicht aus katholischer Sicht. Selbstverständlich müssen die Dienste des Caritasverbandes für alle offenstehen – ohne wenn und aber. Das heißt aber nicht, dass wir dafür unseren Glauben opfern oder verstecken müssen. „Toleranz“ bedeutet nicht, du glaubst dies (was meinem Glauben völlig widerspricht) und ich glaube das – und wir lassen das so stehen, bewerten es nicht, halten Hände und singen Kumbaya. Toleranz bedeutet zwar, dass ich fremde Überzeugungen gewähren lasse, das heißt aber keineswegs, dass ich dazu nicht meine Meinung sagen oder diese kritisieren darf. „Toleranz“ ist nicht dasselbe wie „Akzeptanz“. Natürlich sind in der Kirche alle willkommen, das heißt aber nicht, dass alle Glieder der Kirche tun und lassen können, was sie wollen und trotzdem Katholikinnen und Katholiken sind. Was für eine Kirche wäre dies! Was Eucharistiefeiern für offen schwul lebende Katholiken betrifft, so sind diese schlichtweg ein Bruch des Kirchenrechts und eine grobe Missachtung der Eucharistie.

Zurück zur Caritas: Was also, wenn eine Kind in der Kita zwei „Mütter“ oder zwei „Väter“ hat? Sollen wir grundsätzlich Bilderbücher für Kinder verfassen, in denen Elternteile desselben Geschlechts abgebildet sind, damit sie sich wiederfinden? Geschlechterneutrale Anmeldeformulare verfassen? Dies sind ebenso hilflose wie schädliche Reaktionen auf ein Thema, mit dem mensch nicht umzugehen weiß.

Wir helfen damit weder den betroffenen Kindern noch deren „Eltern“. Was also tun? Nun, zunächst einmal sind die „Eltern“ solcher Kinder mit demselben Respekt zu behandeln, wie wir alle anderen Menschen behandeln müssen – aber auch nicht mehr. Selbst wenn das manche Schwule und Lesben glauben, so haben sie doch keine Sonderrechte und niemand ist gezwungen, gut zu heißen, was sie tun und wie sie leben. Auch sind die Kinder genauso liebevoll wie alle anderen zu behandeln und vor jeglicher Verletzung zu beschützen. Ansonsten aber müssen wir unserem Glauben treu bleiben, auch wenn andere daran Anstoß nehmen (vor 2.000 Jahren haben auch viele Menschen Anstoß an Jesus genommen, was Ihn aber nicht dazu verleitet hat, auch nur ein Wort Seiner Botschaft zu „relativieren“ oder weg zu lassen, damit andere sich besser fühlen. Auch wenn man Ihn dafür ans Kreuz geschlagen hat). Wir sind nicht verantwortlich für das, was andere denken. Unsere Bücher und sonstigen Schriftstücke haben zu jeder Zeit unseren Glauben in unzweifelhafter und klarer (im Kita-Bereich natürlich auch kindgerechter) Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. Würden wir das nicht tun, nur um ja keinen Ärger zu bekommen, würden wir unseren Glauben verleugnen und es gäbe auch keinerlei Grund mehr für unsere Existenz. Dann könnten – und müssten! – wir als christliche Einrichtung schließen. Weltliche Kitas gibt es genug. Das Thema gleichgeschlechtliche Neigungen kann im Bedarfsfall in katholischen Kitas sehr wohl kindgerecht und vor allem treu unserem Glauben behandelt werden. Wer das nicht wünscht, muss seine Kinder nicht in eine katholische Kita geben.

Wie also mit dem Thema allgemein in der Caritas umgehen?

Ich will mich hier auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes beschränken, die gleichgeschlechtlich empfinden.

Bisher scheint man nach dem ehemals in der US-amerikanischen Armee praktizierten Grundsatz „Don’t ask – don’t tell“ zu verfahren: frage nicht danach und erwähne es auch deinerseits nicht, wenn du so fühlst. Solange man damit nicht an die Öffentlichkeit geht oder gar eine eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft eingeht, ist alles gut. Selbst wenn man es hier und da vermutet oder weiß, dass der Kollege mit einem Mann zusammen lebt, wird nicht darüber gesprochen. „Ist ja seine Sache“. „Leben und leben lassen“. „Was ist schon dabei?“ „Die Kirche muss den mittelalterlichen Ballast los werden und mit ihm die verstaubte, „menschenverachtende“ Sexualmoral“.

Solche oder ähnliche Einstellungen dürften wohl unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überwiegen. Offiziell existiert das Thema eigentlich gar nicht. „Wir sind ja schließlich hier zum Arbeiten! Wen interessiert schon, was die Leute im Bett machen?“

Das würde zutreffen, wenn wir eine weltliche Organisation wären, keinesfalls aber in unserer Eigenschaft als Arm der Katholischen Kirche.

Ich will an dieser Stelle nicht über mögliche Ursachen von gleichgeschlechtlichen Neigungen, ihre „Normalität“, ihre theologische oder politische Bewertung und mögliche Unterstützung für Menschen mit einer derartigen Orientierung eingehen. Hierfür verweise ich auf die christliche Ex-Gay Einrichtung Jason (http://jason-online.webs.com).

Auch möchte ich es nicht bei einer Kritik der bisherigen Umgangsweise mit diesem Thema oder diesen Menschen belassen, sondern als ergebnisorientierter Mensch konkrete Verbesserungsvorschläge machen, die da wären:

- Jeder Diözesan-Caritasverband sollte Möglichkeiten der Unterstützung für gleichgeschlechtlich empfindende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einrichten. Diese wären z.B.: Gesprächsgruppen, Bibelgruppen, Seminare, Exerzitien etc.

- Wir sind, was wir tun. Der Caritasverband sollte verstärkt darauf achten, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihr eigenes Lebenszeugnis von Christi Liebe künden – nicht nur die mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Als Konsequenz für ein Verhalten, das grob den Glaubensgrundsätzen der Katholischen Kirche widerspricht, sollte nicht primär die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses stehen, sondern das Gespräch mit den Betroffenen und die Ausarbeitung von Möglichkeiten der Unterstützung. Eine Kündigung ist immer erst der letzte Schritt, wenn alles andere versagt.

- Auch nach außen hin sollte der Caritasverband klar zu aktuellen und grundsätzlichen Themen Stellung nehmen – in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre, wie sie im Katechismus der Katholischen Kirche sowie der Bibel niedergeschrieben ist.

- Vor allem aber sollte der Caritasverband das Gespräch und die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Jason, Wüstenstrom usw. suchen!

- Gruppen von gleichgeschlechtlich empfindenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Caritasverbandes können und sollen auch aktiv und offen in die Öffentlichkeit gehen und so Zeugnis davon ablegen, dass mensch sehr wohl ein erfülltes Leben und eine besondere Berufung in der Katholischen Kirche finden kann, ohne als „Schwuler“ oder als „Lesbe“ in der Szene zu leben oder mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zusammen zu sein.

- Diese Gruppen können dann auch beratend in anderen Organisationen sowie in der Katholischen Kirche selbst tätig sein. Sie sollten im Übrigen immer die seelsorgerliche Unterstützung und geistliche Begleitung eines geschulten Priesters erfahren.

 

„Denkt daran: Für Menschen, die Unrecht tun, ist kein Platz in Gottes neuer Welt! Täuscht euch nicht: Menschen, die Unzucht treiben oder Götzen anbeten, die die Ehe brechen oder als Männer mit Knaben oder ihresgleichen verkehren, Diebe, Wucherer, Trinker, Verleumder und Räuber werden nicht in Gottes neue Welt kommen. Manche von euch gehörten früher dazu. Aber ihr seid reingewaschen und Gott hat euch zu seinem heiligen Volk gemacht, zu Menschen, die vor seinem Urteil als gerecht bestehen können. Das ist geschehen, als ihr Jesus Christus, dem Herrn, übereignet worden seid und den Geist unseres Gottes empfangen habt.“

(1 Kor 6,9-11 Gute Nachricht Bibel)

 

München, 27.02.2015

Robert Gollwitzer

Dear Pope Francis,

Posted on November 1, 2014 at 9:05 AM

with great concern I followed what was going on at the Bishop’s synod. In short: I was both shocked and deceived – by what happened and by what did not happen. By the way it was handled and also by your inactivity which caused even more confusion among the flock than ever before.

I say that because I love you as a father – and with you the Holy Catholic Church.

No doubt you had the best intentions, but as the saying goes: the road to hell is paved with good intentions.

First, it does not make sense to publish an interim report during the conference when nothing is finally discussed and decided upon yet. All this does is leave the flock of believers confused and without direction. Many twisted what was in there for their own destruction.

But most of all you failed as a leader and shepherd. You are called to lead and guide the Church like Peter did. That includes to take over and make a stand when things are getting out of control and clarification is needed. You refused to – probably because you felt you need to let the bishops and the believers have their way – whatever it was and wherever it lead. This, however, only displays a complete lack and failure of leadership when it was most needed. Many asked you to take a stand for biblical Catholic teaching. People were looking up to the shepherd when the sheep were running around without direction in complete confusion. You did not.

I am a nobody – and yet, in God’s eyes I am somebody. As such I rebuke you like Paul rebuked Peter.

It is one thing to hug children and handicapped people. Nothing wrong with that. It is a beautiful sign for what Christ’s love is all about. It is also important to leave a luxurious lifestyle and go back to our simple roots – detached from worldly richness.

However, when grace abounds and does not find its equal counterpart in truth, it soon becomes superstition without any substance. You might be a “good person” in some people’s eyes and the media will certainly love you for the great pictures you give them, but a “good person” is not necessarily a Christian. Sometimes we are called to do things which others dislike very much – for their own good.

I had lived a “gay” life myself for many years until the Lord pulled me out of the mud over ten years ago through a Christian organization called “Homosexuals Anonymous” that I meanwhile have the honor to lead. My life changed completely for the better in many different areas and I found new meaning and purpose in following Jesus Christ. As such, I want to point out that again our voice was not heard at the synod and our mere existence seems still not to be acknowledged by the Church. People talk about same-sex attractions without having a clue of what that means for those who experience that way. At worst, they seek advice from people who are embracing a “gay” life.

Again, we are asking you – and the whole Church – to open your doors for us and to do your job as shepherd and Christians. Organizations like Homosexuals Anonymous actually need not exist if the Church and their shepherds did what they are supposed to do.

We offer help and hope that now – after what had happened at the synod – you are finally open to accept it.

May the Lord continue to bless you richly, Holy Father.

Your brother

Robert

 

Open Letter from an Ex-Gay to Pope Francis

Posted on May 29, 2014 at 1:15 PM

Dear Holy Father,

my name is Robert. I am 46 years old and a Catholic (even though it took me a little detour to come back to the Catholic Church). My past is not as bright and shining as that of others I guess: I used to embrace the “gay” life for many years until the Lord set me free about ten years ago with the help of a Christian ministry called Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com).

The reason I am writing you today is because I love you like I loved my earthly father who passed away 20 years ago and because I believe you can get things going where others stay silent.

I am so thankful and feel so blessed that the Lord brought me to Homosexuals Anonymous. The people there did what actually the Church should do: They loved me enough to help me out of my gay life and (back) into the Church. I now serve the Jason Ministries (http://jason-online.webs.com), an international Christian ex-gay ministry affiliated with Homosexuals Anonymous.

Having received Christian truth, love and care abundantly, I firmly believe that many others could find help as well through our services and the organizations we are working together with – if the Church only let us. Considering the many factors that contribute to the development of long-term and predominant sexual and emotional attractions towards the same sex, we do not help people with same-sex attractions (wrongly called “homosexuals” at times – there is only one sexuality and that is the God-given one!) by staying passive and silent or even encouraging them to embrace a “gay” life. Yes, ministries like ours are being attacked and usually put into a radical corner. But then again – they nailed the Son of God onto the Cross, so why should they treat His followers any differently?

Holy Father, soon the bishop’s synod on family will start. Please give us a chance to make our voice heard and love others with unwanted same-sex attractions with the same unconditional love Jesus has for us.

From what I get to read in the media, you also reach out to “people like us” and you seem to have a heart for us as well. Maybe you even give us a chance to talk to you in person? I am sure you will hear many voices of “gay”-affirming people – wouldn’t it be good to hear the voice of freedom too?

I really hope and pray you will be able to read this letter and it will touch your heart like God touched mine years ago.

With brotherly love,

Robert

Robert Gollwitzer

Ridlerstr. 21

80339 Munich

Germany

Phone: +49 (0)89 78018960

Email: free32@gmx.de

Wer bin ich, dass ich darueber urteile?

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Ich kann mich an zwei Male erinnern, dass ich das Wort "Homosexualität" in einer Predigt gehört habe. Beide Male kam es nur am Rande vor, aber immerhin. Das erste Mal war es ein Kapuzinerpater, der im Grunde nur das in einem Satz wiederholte, was die Bibel dazu sagt - und dafür von seinem Guardian in der Sakristei gemaßregelt wurde (er meinte, das solle man doch weg lassen, sonst kommen die Leute gar nicht mehr in die Kirche. Was für ein Unsinn! Wenn nicht in der Kirche, wo sollen die Menschen denn sonst das hören, was Gott dazu sagt? Im Fernsehen etwa?). Das andere Mal heute (seltsamerweise in einem Altenheim. Was er sich dabei wohl gedacht hat?). Der Priester bezog sich auf das Evangelium von der Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte und die von Jesus gerettet wurde. Er verglich Jesu Worte ("Auch ich verurteile dich nicht") mit der vielzitierten Aussage von Papst Franziskus zum Thema Homosexuelle ("Wer bin ich, dass ich darüber urteile" oder so ähnlich) und meinte, das sei derselbe Geist des Evangeliums. IST ER NICHT, werter Herr Pfarrer!! Es ist schon erstaunlich, dass die Menschen nur das aus den Aussagen des Papstes heraus hören, was sie hören wollen. Komischerweise fühlt sich niemand von seiner lauten Kritik an der Kirche angesprochen.

Was der Priester in seinem Überschwang (er erwähnte dies im Zusammenhang mit seiner Meinung nach notwendigen Reformen in der Kirche) vergessen hat, ist der nächste Satz: "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" DAS ist der "Geist" des Evangeliums: Gnade und Barmherzigkeit - aber auch genügend Liebe, um zu mahnen und die Wahrheit zu sagen! Alles andere ist eine grobe, mutwillige Verdrehung, mit der der Hirte, der die Schafe eigentlich auf den rechten Weg bringen soll, sie davon abbringt.